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Unsere Vereinsgeschichte!
Die Gründung des Schwimmvereins Lünen von 1908 ist der Initiative des Braumeisters Arnold Ebrecht zu verdanken. Im Mai 1908 nahm er mit des Dortmunder Schwimmverein Fühlung auf und berief im Juni desselben Jahres eine öffentliche Versammlung im Hotel Neuschmidt zur Gründung eines Schwimmvereins. An dieser Gründungsversammlung nahm eine starke Abordnung der Dortmunder Schwimmer teil. Zur Gründung des Vereins meldeten sich 11 Herren aus Lünen.
Herr Dr. Quitmann, Herr Arnold Ebrecht Herr Rektor Gerbes Herr Baurat Strenger Herr Alfred Bönninger Herr Alfred Möller Oberlehrer Johannes Pick, Herr Fritz Behr; Herr Mathias Schlunke Herr Karl Hannemann, Herr Heinrich Engelke
Zum Vorsitzenden wurde Dr. Quitmann, zum Kassierer und Schriftführer Alfred Möller und zum Schwimmwart Arnold. Ebrecht gewählt.
Im Laufe des Jahres wurden noch l7 weitere Mitglieder aufgenommen. Als ersten Badeplatz wählte man Engelkes Wiese an der Lippe, dort wo die alte Lippe lag. Als äußeres Zeichen der Übungsstätte wurde ein lm Sprungbrett aufgebaut.
Schon im Jahre 1909 mußte die Übungsstätte wegen des zu niedrigen Wasserstandes um 3OO m weiter nach Westen verlegt werden. Die Mitgliederzahl ging in diesem Jahr auf 20 zurück. Im Sommer wurde das Gauschwimmfest in Lünen ausgetragen. Höhepunkt des Festes war das Langstrecken-Schwimmen von Lünen bis Buddenburg. Die Damen und Gäste feuerten von einem Kahn und von Ruderbooten aus die tüchtigen Schwimmer an und feuchteten die vom Schreien heiser werdenden Kehlen mit kühlem Bier an, von dem man vorsorglich ein Faß mitgenommen hatte. Beim Wirt Rühenbeck gab es Kaffee, Kuchen, Spiele und Tanz.
1910 wurde an der Badestelle eine Umkleidehalle errichtet. So hatten nun auch die Damen Gelegenheit, sich umzukleiden und zu baden. Die Mitgliederzahl stieg auf 53, 30 männliche und 23 weibliche.
Durch die zunehmende Verschmutzung der Lippe in den Jahren 1911 - 14 ging der Badebetrieb und damit die Mitgliederzahl zurück.
Der Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 ließ die Verelnsarbeit vollständig erlahmen.
Erst den rastlosen Bemühungen des 1. Vorsitzenden Dr. Quitmann gelang es, 1916 von der Kanalbaugesellschaft die Erlaubnis zu bekommen, die Mitglieder im Hafen baden zu lassen. Sofort nahm die Mitgliederzahl wieder zu: 20 Herren, 4 Damen, 30 Mädchen und 32 Knaben, also zusammen 86 Mitglieder. Außerdem lernten 105 Knaben und Mädchen schwimmen.
Im Jahre 1917 waren noch 3 Erwachsene und 48 Jugendliche Mitglieder.
War es den wenigen, die nicht zum Kriegsdienst einberufen waren, in unermüdlicher Arbeit gelungen, den Verein trotz großer Schwierigkeiten, über Wasser zu halten, so hatte die Vereinsführung im Jahre 1919 zunächst die schwere Aufgabe, einen Nachfolger für den gefallenen 1. Vorsitzenden, Herrn Dr. Quitmann, zu finden.
In Herrn Lehrer Pick fand man den Vorsitzenden der in rastloser,eifriger Tätigkeit den Verein so aufbaute, daß noch im gleichen Jahre ein Schwimmfest durchgeführt werden konnte.
Im diesem Winter wurde erstmalig der Versuch unternommen, das Training in einem Hallenbad in Dortmund weiterzuführen. Doch die unheimlich ansteigenden Eisenbahnfahrpreise machten dem im ersten Anlauf so schönen Versuch ein Ende. Alle Bemühungen den 1. Vorsitzenden, noch im Jahre 1919 die Verhandlungen über den Neubau eines Freibades zum Abschluß zu bringen, scheiterten. Es blieb die Hoffnung für ein gutesGelingen im Jahre 1920.
Das Jahr 1920 brachte eine entscheidende Wendung. Im Januar hatten sich die beiden Spitzenorganisationen "Deutsche Schwimmerschaft" und der "Deutsche Schwimmverband" zusammengeschlossen. War das Schwimmen bei uns bisher mehr als Badebetrieb aufgezogen, so setzte sich nunmehr der Gedanke des Sport- bzw. Wettkampfschwimmens durch.
Herr Lehrer Pick legte sein Amt als 1. Vorsitzender nieder und wurde von der Versammlung einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
An seine Stelle trat Herr Gustav Klug. Der Kassierer, Herr Arnold Ebrecht, legte sein Amt ebenfalls nieder und wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Neuer Kassierer wurde Herr Josef Ploum, Herr Helmut Quitmann übernahm den 1. Schriftführer. Die techn. Leitung hatten Herr Josef Höwecke und Herr Julius Klug. Neben dem Schwimmfest in Lünen nahmen die Schwimmer noch an folgenden auswärtigen Veranstaltungen teil:
Heil, Soest, Hamm, Iserlohn und Münster. Sie brachten von dort 6 erste, 11 zweite und 5 dritte Preise heim.
Auch das Jahr 1920 brachte nicht den ersehnten Ausbau des Freihades im Hafen. Die Verhandlungen mit der Stadtverwaltung verliefen wohl günstig, doch konnten die ausgearbeiteten Pläne nicht zur Ausführung<gelangen, da auch unsere Vaterstadt, unter den allgemeinen finanziellen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit litt.
In der General-Versammlung des Jahres 1921 wurde Herr Arnold Ebrecht zum l. Vorsitzenden gewählt. Die im Vorjahr gegründete Wasserball-Mannschaft trat in. 10 Kämpfen an. 3 Siege, 5 Niederlagen und 2 unentschiedene Spiele waren die Bilanz. Unsere Schwimmerinnen und Schwimmer brachten von allen Wettkämpfen Preise mit nach Lünen.
Es wird auch wieder versucht, an jedem Donnerstag nach Dortmund zu fahren, um an den Übungsstunden des Schwimmvereins Dortmund von 1896 teilzunehmen.
Das Jahr 1922 brachte die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches. Die Badeanstalt wurde zu einem Freibad umgebaut, und ein Nichtschwimmerbecken errichtet. Die Bauten kosteten 100.000,-.- Mark . Durch Sammlungen, Spenden und Veranstaltungen brachte der Verein 50.000,— Mark auf. Die Stadtverwaltung stellte dem Schwimmverein die restlichen 50,000,-- Mark als Darlehen zu 4,5 % Zinsen zur Verfügung.
Anfang Juni war das Freibad startbereit. Bei dem Eröffnungsschwimmen wurde ein Wasserball-Pokal ausgespielt, den der Schwimmverein Hagen erringen konnte.
Am 27. August stieg die diesjährige Großveranstaltung« Das Wetter war gut, die Zuschauer zahlreich, die Erfolge der Lünener Schwimmer ebenfalls. Doch nicht nur in Lünen, sondern auch in Lippstadt, Soest, Dortmund, Hamm, Münster, Hagen, Lüdenscheid, Biberfeld, Essen, Waltrop und Heil konnten die Lünener Schwimmer Siege an ihre Fahne heften.
54 Einzelsiege und 2 Staffelsiege sind das schöne Ergebnis dieses Sommers. Im Laufe des Jahres wurde beim Amtsgericht der Antrag auf Eintragung des Vereins in das Vereinsregister gestellt.
Das Jahr 1923 begann mit einer bösen Überraschung. Die Franzosen besetzten im Januar die Stadt Lünen. Durch Verbote allerlei Art wurde das Vereinsleben, so eingeschränkt, daß nicht viel zu berichten ist. Im folgenden Jahre konnte wohl der Badebetrieb wieder aufgenommen werden, doch fanden keinerlei Veranstaltungen statt, weder in Lünen noch auswärts.
1925 gelang es dem unentwegten Bemühen, des derzeitigen 1. Vorsitzenden , Herrn Lehrer Pick, durch die Stadtverwaltung 10 Badeszellen errichten zu lassen. Im Laufe der Saison stieg dadurch die Besucherzahl derart an, daß schon im Juni beschlossen wurde, 10 weitere Zellen zu bauen, die beim Schwimmfest am 19. Juli bereits fertig waren
Als dann Herr Josef Meier die techn. Leitung übernahm, stieg der Sportbetrieb sprunghaft an.
Am Werbe-Schwimmfest des Vereins nahmen folgende auswärtige Vereine teil:
l.) Dortmund von 1896, 2.) Dortmunder Damen-Schwimmverein, 3.) Hamm von 03/04, 4.) Hamm von 1924, 5.) Waltrop, 6.) Heil, 7.) Hellas Rauxel, 8.) Aegir Dortmund. Da die Bahnlänge 2 x 40 m betrug, kann kein Vergleich mit den heute gültigen 100 m Strecken aufgestellt werden. Leider hatte das Fest unter der Ungunst der Witterung zu leiden. Bis 15 Uhr strahlender Sonnenschein, dann ein Gewitter und anschließend Regen, Regen, Regen. Die angesetzten Wasserballspiele mußten ausfallen.
Auf diesem Fest startete zum erstenmal unsere später überall bekannte und gefürchtete "Hildenstaffel". Es waren Frl. Hilde Middendorf,Frl. Hilde Lethaus und Frl. Hilde Busse, die im Damenbrustschwimmen die 3 ersten Plätze belegen konnten. Einen weiteren 1. Platz errang Antonius Nigge (Genannt Wuppke).In diesem Jahr errangen unsere Damen Frl. Middendorf und Frl. Lethaus als erste Damen in Lünen das Reichssportabzeichen.
Weiter wurde in diesem Jahr zum erstenmal ein Fackelreigen in der Lippe geschwommen.
Nach Beendigung der Saison wurde das Strandbad auf 50 m Länge erweitert.
Aus dem Jahre 1926 ist zu berichten, daß die Schwimmer rege an den Übungsstunden der DLRG teilnahmen und verschiedene Schwimmfeste in der Umgebung besuchten, von denen sie manchen Preis mit nach Lünen brachten.
Das Jahr 1927 brachte dem Verein schöne Erfolge seiner Schwimmer. Auf der eigenen Veranstaltung, einem gauoffenen Schwimmfest, konnten gute Plätze belegt werden.
Besonders gute Erfolge erzielten Antonius Nigge und Fritz Höwecke auf einem Schwimmfest in Linz a/Rhein. Sie errangen 3 erste Siege. Auf den Westdeutschen Meisterschaften in Iserlohn und bei den Festen in Soest und Recklinghausen konnten ehrenvolle Plätze belegt werden. Auf der Wintergaumeisterschaft in Gladbeck errangen 5 unserer Schwimmer 5 Preise. Im April d. Js. übernahm Herr August Böcker das Amt des Bademeisters. Er erfreute sich in kurzer Zeit allgemeiner Beliebtheit und war zum Nutzen des Vereins unermüdlich tätig. In diesem Sommer wurde im Freibad eine neue Tribüne gebaut.
Die Erfolgs-Serie des Jahres 1927 setzte sich auch im Jahre 1928 fort. Vom Gauschwimmfest in Kamen brachten Fritz Höwecke und Antonius Nigge je l Meisterschaft mit. In Wattenscheid schwamm Fritz Höwecke die schöne Zeit von 1.13 Min. in 100 m Kraul und auf dem Schwimmfest in Ahlen errangen die Lünener 3 erste und 2 zweite Plätze,an denen Antonius Nigge den größten Anteil hatte.
Der größte Erfolg war die 8 x 1000 m Ruhrstaffel in Steele, die Lünen mit 400 m Vorsprung gewinnen konnte.
Aus Anlaß des 20jährigen Bestehens des Vereins wurde in Lünen ein kreisoffenes Schwimmfest ausgetragen, auf dem unsere Wettkampfmannschaft besonders erfolgreich war.
Beim Gaufest der Vereine ohne Winterbad errangen unsere Schwimmerinnen und Schwimmer 6 Meisterschaften. In der Gauwasserballrunde belegten wir den 2. Platz.
Im Winter wurden Trainingsfahrten nach Hamm durchgeführt.
Im darauf folgenden Sommer lag die Betreuung des Freibades wieder in den bewährten Händen des Bademeisters August Böcker, der sein Amt zur größten Zufriedenheit aller Mitglieder und Badegäste verwaltet hat.
Im Vergleich zum Vorjahr fällt das Jahr 1929 in sportl. Ausbeute etwas zurück, da mehrere Schwimmer Lünen verlassen haben.
Neben den Siegen von Antonius Nigge konnten auch unsere Nachwuchsschwimmer schon einige schöne Erfolge erzielen.
Herr Lehrer Hartung, der den Verein 1928 und 1929 leitete, legte 1930 den Vorsitz nieder. An seine Stelle trat Herr Max Schlunke.
Bei den Schwimmfesten schob sich der Nachwuchs, Karl Behrens, Hans Franke, Hermann Honermann und Fritz und Rolf Böcker nach vorn.Wenn sie auch noch keine Siege errangen, so belegten sie doch achtbare Plätze.
Das Vereinsleben und besonders das Training litten sehr unter der von der Zeche Waltrop geforderten Verlegung des Freibades in den städt. Hafen an der Dortmunder Str. Doch war daran noch nicht zu denken. Auf Drängen der Zechenverwaltung bekamen die Umkleideräume einen anderen Platz. In diesem Sommer schenkte uns das Kupferwerk 8 Waggon Asche und die Fa. Hageneier den Sand. Und dennoch entstanden dem Verein durch die Verlegung fast untragbare Kosten. Die allgemeine schlechte Wirtschaftslage macht sich auch in unserem Vereinsleben bemerkbar. Die Mitgliederliste zeigt 100 männliche und
46 weibliche Mitglieder. Im Sommer 1931 nahmen wir an 4 Schwimmfesten und 4 Klubkämpfen teil.
Jetzt zeigte es sich deutlich, die Jugend rückte an.
Hans Franke und Karl Behrens errangen beim Gaujugendfest gute Plätze. Helene Wittken, Lotti Böcker und Hilde Husemann eröffneten die langen Jahre stetigen Erfolges, zu denen sich im Laufe des Sommers noch Ruth Loebermann, Hilde Marx und Ilse Eibers gesellten.
Im Jahre 1932 konnten wir wegen der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse nur wenige Veranstaltungen besuchen und nur 2 Schwimmfeste in der eigenen Badeanstalt durchführen.
Bas Jahr 1933 brachte uns endlich die neue Badeanstalt im städt. Hafen. Durch die Unterstützung der Stadtverwaltung durch großzügige Spenden und nicht zuletzt durch die unermüdliche Arbeit und den selbst losen Einsatz unserer Mitglieder ist eine sehr schöne Anlage entstanden, die zu unserer größten Freude eine einwandfreie 50 m Kampfbahn aufweist, auf der ein ordentliches Training möglich ist.
Die Erfolge zeigten sich bereits auf dem Jubiläums-Schwimmfest am 8. und 9. Juli. Unsere Wettkampf-Mannschaft kann gute Plätze belegen. Besonders unsere Damen-Riege kann die Siege für den Verein erringen. Hierzu gehörten Hilde Husemann, Ruth Loebermann, Ilse Elbers, Lene Wittken. Else Quabeck und Lotti Böcker.
3 erste und 3 zweite Plätze waren das Ergebnis und l erster und l zweiter Platz in der 3-Besten-Liste für Vereine ohne Winterbad.
Am 30. Juli in Heeßen waren unsere Jungen und Mädel erfolgreich.
Am 27. August errangen beim Kreisjugendfest in Haltern Lotti Böcker, Lene Witteken und Ilse Elbers in der 3 x 100 m Bruststaffel den 3. Platz.
Im Jahre 1934 war unsere Wettkampfmannschhaft auf mehreren auswärtigen Veranstaltungen erfolgreich. Wir selbst starteten kein größeres Schwimmfest hier in Lünen.
So begann das Jahr 1935. Im März fuhr Lotti Böcker zu einem Olympia-Vorprüfungs-Lehrgang nach Erkenschwick. Sie konnte bei den dortigen Ausscheidungs-Kämpfen einen 5. Platz belegen.
Durch die Umstellung im Deutschen Sportwesen fehlte der einheitliche Schwung. Das machte sich auch bei den Sportvereinen bemerkbar. Der Sportbetrieb litt darunter sehr.
Das Olympia-Jahr 1936 brachte dann die Entscheidung. Der Deutsche Schwimm-Verband wurde aufgelöst und als Fachamt V (Schwimmen) in den Reichsbund für Leibesübungen übernommen. Der Verein zählte zu der Zeit 400 Mitglieder, die höchste Mitgliedszahl seit seiner Gründung. Ein großer Teil dieser Mitglieder wohnte in Brambauer.
In diesem Jahr wurde in Lünen das Gaufest der Vereine ohne Winterbad ausgetragen. Alle 3 gestifteten Plaketten wurden von unseren Schwimm- erinnen und Schwimmern erworben.
1.Plakette der Stadt Lünen für die 10 x 50 m Kraulstaffel der Herren, 2.Plakette des Oberbürgermeisters der Stadt Lünen für die 6 x 50 m Bruststaffel der weibl. Jugend, 3. Plakette des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen errang Lotti Böcker im 100 m Brustschwimmen für weibl. Jugend. Weiter wurde die 3 x 100 m Lagenstaffel für die männl. Jugend und das 200 m Brustschwimmen der Herren durch Karl Behrens gewonnen.
1937 gingen die sportl. Erfolge der Wettkämpf-Mannschaft etwas zurück, da ein großer Teil der Schwimmer zum Wehrdienst eingezogen wurde.
Den schwersten Schlag erlitt der SVL 08 im Jahre 1938. Er mußte sein schönes Freibad im Stadthafen aufgeben, da das Hafenbecken für das Lippewerk frei gemacht werden mußte. Der Verein baute sein 5.Freibad an der freien Strecke am Kanal in Horstmar bzw. Schwansbell. In diesem Freibad hielt die Wettkampf-Mannschaft dem Verein wohl die treue, doch die Badegäste blieben fast ganz aus. Trotz der schlechten Lage brachten unsere Schwimmerinnen und Schwimmer von auswärtigen Veranstaltungen Preise mit nach Lünen. Auf dem Gauschwimmfest in Haltern erreichte unsere Mannschaft die höchste Punktzahl.
Im Herbst wurden die Wintertrainingsfahrten wieder aufgenommen. Auch im Jahre 1939 trug der Verein schwer an der ungünstigen Lage des Freibades. Viele Mitglieder verließen den Verein.
Dann brach der 2. Weltkrieg aus. Der Schwimmbetrieb hielt sich noch bis zum Jahre 1943, doch wurde dann auch der derzeitige Bademeister, Herr Willi Garbe eingezogen und das Freibad mußte ganz geschlossen werden. Die Badeanstalt wurde bis zum Ende des Krieges restlos demontiert und der Verein stand nach dem Kriege vor einem Nichts.
Im Frühjahr 1947 lud Karl Möller durch einen Aufruf in der Zeitung alle ehem. Mitglieder des SVL 08 zu einer Versammlung im alten Vereinslokal Nigge ein. Karl Möller wurde einstimmig zum 1. Vorsitzenden, Ferdi Schölders zum techn. Leiter bestimmt.
Am 8. November war dann die General-Versammlung. Zum. 1. Vorsitzenden wurde Heinz Böckmann, zum techn. Leiter Ferdi Schmölders und zum l, Schwimmwart Rolf Böcker gewählt. Auf der außerordentlichen Versammlung am 12.12.1947 wurde der Satzungs-Entwurf vorgelesen und einstimmig angenommen. Herr Max Schlunke wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Die Versammlung beschloß, dem westdeutschen Schwimm-Verband und dem Kreissportverband Lünen beizutreten.
Der Verein schritt zum Bau seiner 6. Badeanstalt, in Gahmen am nördl. Ufer des Kanals, westl. der Bergstraße.
Das Jahr 1948 sieht den Verein beim eifrigen Schaffen, um das Freibad rechtzeitig fertig zu bekommen. Leider konnte der gestellte Termin nicht eingehalten werden.
Trotzdem begannen wir schon mit dem Training und der Erfolg zeigte sich auf dem ersten Schwimmfest nach dem Kriege, daß wir in Recklinghausen besuchten. Von den 8 ausgetragenen Wettkämpfen brachten unsere Schwimmerinnen und Schwimmer 6 erste und l zweiten Platz mit nach Lünen. Im Monat Juli 1948, dem Monat unseres 40jährigen Bestehens, hatten wir einen Klubkampf mit 6 auswärtigen Vereinen. In der Gesamtwertung gewannen wir diesen Klubkampf. Der Verein hatte zu dieser Zeit bereits wieder 205 Mitglieder.
Unser langjähriger Bademeister, Herr August Böcker, wurde auf Grund seiner großen Verdienste, die er sich um den Verein erworben hatte, zum Ehrenmitglied ernannt.
Das Jahr 1949 verdient besondere Beachtung. In diesem Jahr baute der Schwimmverein zum erstenmal (in seinem 7. Freibad) ein 25 m Betonbecken. Unter welchen großen Schwierigkeiten und Opfern die einzelnen Mitglieder an diesem Bau beteiligt waren, wissen nur die betreffenden selbst. Es hat sich aber wohl selten in einem Verein solch ein Idealismus gezeigt, wie zu dieser Zeit von den Schwimmern aufgebracht worden ist.
Die Stadt Lünen gab einen verlorenen Zuschuß von 15.000,- DM und später ein zinsloses Darlehen von 4.000,- DM. Der Sportbund gab 6.000,- DM zinslos. Und heute im Jubiläums-Jahr hat der Verein in seinem Freibad ein Vermögen von rd. 70.000,-DM, dem etwa 4.000,- DM Schulden gegenüberstehen.
Wir begannen zu dieser Zeit auch wieder mit den Trainingsfahrten nach Herringen.
Im Jahre 1950 wurde der Schwimmverein beinahe ein Bauverein. In seinem neuen Freibad war im Vorjahre nur das 25 m Becken von einer Baufirma erstellt, alle übrigen Arbeiten und das war nicht wenig, wurden von den Mitgliedern bzw. deren Verwandten ausgeführt. Zwangsläufig ließ der sportl. Erfolg etwas nach und doch konnten wir noch zufrieden sein.
1951 ging es dann im Sportbetrieb wieder bergan. Wohin unsere Schwimmerinnen und Schwimmer auch kamen, sie redeten ein deutliches Wort mit. Unsere 10 x 50 m Kraulstaffel für Herren und unsere Wasserballmannschaft waren gefürchtet.
Im Laufe einer stürmischen Versammlung legte der 1. Vorsitzende Heinz Böckmann sein Amt nieder und an seine Stelle trat Rolf Böcker. Nun bekam der Sportbetrieb vollen Wind in seine Segel, denn der 1. Vorsitzender blieb auch techn.Leiter.
1951 - 1952 - 1953 - 1954
In diesen Jahren wurde der Nachwuchs so weit geschult, daß die alte Mannschaft, weiblich oder männlich, sich aus dem Wettkampfsport zurückziehen konnte. Die Zeiten verbesserten sich langsam aber stetig. Sommernachtsfeste, im vereinseigenen Freibad von Mitgliedern des SVL 08 unter bewährter Leitung des 1. Vorsitzenden Rolf Böcker, aufgezogen, erfreuten sich großer Beliebtheit bei der Bevölkerung.
Die Mitgliederzahl stieg.
Wir konnten mit Optimismus der Eröffnung des so lang ersehnten Hallenbades entgegensehen. Das Eröffnungs-Schwimmfest war schwimmerisch ein voller Erfolg.
Wir bekamen wöchentlich 4 Trainingsstunden im Stadtbad und konnten somit die Trainingsfahrten nach Herringen einstellen.
Wir hatten eine starke und gute Wettkampfmannschaft. Leider legte dann in der Jahreshaupt-Versammlung im Jahre 1955 Rolf Böcker seine Ämter nieder, da er nach Düsseldorf zog.
Die folgenden Jahre sind überschattet von der drückenden Schuldenlast aus dem Freibad und der schlechten Witterungs-Verhältnisse, die uns keine Einnahmen aus diesem Freibad brachten. Auch das häufige Wechseln des 1. Vorsitzenden und der übrigen Vorstandsmitglieder machte sich stark bemerkbar.
1955 - 1956 war Erich Knappke der 1. Vorsitzende. 1956 - Juli 1957
Ernst Bauckmann. Von Juli 1957 bis zur Jahreshaupt-Versammlung 1958 führte unser Ehrenvorsitzender, Herr Max Schlunke, den Verein.
Im Jahre 1955 starb unser Ehrenmitglied, Herr August Böcker.
Im Jahre 1956 legte der 1. Schwimmwart Karl-Heinz Hempel seinen Posten nieder und wurde von Winfried Wohlgemuth abgelöst. Es beweist den guten Geist unserer Wettkampfmannschaft, daß sie bei dem häufigen Wechsel der Trainer und Riegenführer doch noch ständig ihre Leistungen verbessern konnte. Sie brachte von allen auswärtigen Schwimmveranstaltungen gute Plätze mit nach Lünen. Die letzten Jahre wurden absichtlich nur kurz gestreift, um den noch aktiven Wettkampfschwimmerinnen und Schwimmern nicht durch evtl. zu viel oder zu wenig gezolltes Lob, die Freude am Training zu nehmen.
Zum Schluß wünschen wir Dir, lieber Schwimmverein Lünen 08, für die nächsten 50 Jahre ein stetiges, sicheres Wachsen und Gedeihen an Mitgliedern, Erfolgen und nicht zu vergessen an gesundem Idealismus all derer, die sich Dir zugehörig fühlen,
Gut Naß u.Glück-Auf
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