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Online Bericht der Ruhrnachrichten vom 23.10.2005
Wenn Kanal kommt, Bad versetzen
Gahmen - Es gilt als sicher, dass es das Freibad Gahmen in der Saison 2008 zum letzten Mal in dieser Form geben wird. Unklarheit besteht aber darüber, wie es mit dem Bad weiter gehen soll.
"Es besteht der feste Beschluss, dass der Kanal im Jahr 2009 für größere Schiffe ausgebaut wird", erläuterte Franz-Josef Richter - (Foto), 1. Vorsitzende des Schwimmvereins Lünen 08, bei einer Informationsversammlung am Freitagabend im Clubhaus des Freibads.
Der Ausbau werde bis zu einem Meter an den bisherigen Beckenrand heran gehen, sodass die Kesselanlage, die Filteranlage und die Pumpen wegfallen würden. Die Fläche des Kiosks werde zum Teil abgeschnitten.
Gutachten
"Erst ein Gutachten, das wir beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Auftrag gegeben haben, zeigt aber, welche konkreten Auswirkungen die Maßnahmen auf das Becken haben", so der Vorsitzende.
Bei dem Gutachten solle unter anderem geklärt werden, ob das Becken nach der Baumaßnahme bezüglich der Baustatik für eine weitere Nutzung noch geeignet ist und wie groß die Grünflächen, die parallel zum Kanal verlaufen, sein sollten.
Entschädigung
Es gehe außerdem um die Höhe von Entschädigungszahlen für den Verein für den Neu- oder Umbau des Beckens. Der Verein hofft auf eine Fertigstellung des Gutachtens bis Ende des Jahres.
Franz-Josef Richter informierte die Gäste außerdem über mögliche Optionen nach der Baumaßnahme.
Über diese soll in einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung beschlossen werden, wenn die Ergebnisse des Gutachtens da sind.
Der Verein favorisiert die Aufrechterhaltung des bisherigen Standorts. Falls das Becken verschoben werden müsse, würde der Pächter der umliegenden Felder, Carl Schulz-Gahmen, für eine Zusammenarbeit zur Verfügung stehen, erklärte der Vorsitzende.
Kooperation
Die zweite Option sei eine Kooperation mit dem Freibad Cappenberger See oder auch ein Neubau eines Freibades in der Geist. Auf keinen Fall wolle der Schwimmverein jedoch irgendwo ein Untermieter sein; ein eigenes Vereinshaus sei sehr wichtig.
Mit Unverständnis und Empörung reagierten die Vereinsmitglieder auf die Nachricht, dass der Verwaltungsvorstand die Zuschüsse für das Freibad auf 60 Prozent kürzte, ohne vorher ein Wort der Information darüber zu geben (wir berichteten).
"Ausschuss wusste nichts
"Kein anderer Verein in Lünen finanziert sich ein Freibad selber und stellt es zum Großteil der Öffentlichkeit zur Verfügung. Wir können nicht einfach so mit weniger Geld auskommen", beklagten viele Gäste. Ursula Mlynek (SPD) äußerte ihren Unmut darüber, dass selbst der Sportausschuss, in dem sie mitarbeitet, über das Vorhaben der Verwaltung nichts wusste.
Zahlreiche Anwesende setzen ihre Hoffnung nun auf ein Eingreifen der politischen Parteien in Lünen.
- Dominik Wied -
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